Praktikumsbericht

Persönlicher Bericht unseres Schülerpraktikanten Daniel Behrens, der im Januar 2013 bei uns gearbeitet hat:


Mein Eindruck
Als Praktikant hat man selbstverständlich nicht den vollen Durchblick, wie eine Institution, wie Wendepunkt gGmbH, funktioniert, allerdings ist es einem möglich, eine grobe Vorstellung zu erlangen, was eigentlich abläuft.

Das erste, was mir auffiel, war, dass unter den Mitarbeitern keinerlei Verhalten von Konkurrenz herrschte, was ich als sehr ungewöhnlich erachtete. Auf die Frage, wieso das so ist, konnte ich nur eine Antwort finden: Wendepunkt ist eine soziale Einrichtung, wo es nicht gefragt ist, sich zu profilieren, sondern anderen Menschen zu helfen. Es gilt nicht, durch seine eigenen Leistungen hervorzustechen, denn das höchste, was man leisten kann, ist, den jeweiligen Klienten individuell, so gut es geht, zu unterstützen.

Beispielsweise hatte eine Familie um Rat gebeten, weil ihre Untermieterin sie durch mehrere Klagen versuchte, aus der Wohnung zu befördern. Als wir persönlich mit der Mutter der Familie sprachen, fiel auf, dass es ihr nicht nur an finanziellen Mitteln, sondern auch an dem nötigen Wissen, was ihre Rechte anging, mangelte. Daraufhin sprachen wir mit allen anderen Mietern, ob es der Wahrheit entspräche, dass sie durch Ruhestörung mehrmals aufgefallen sei. Alle verneinten dies, worauf ein Brief an den Vermieter geschrie-ben wurde. Dieser hatte schon mit rechtlichen Maßnahmen gedroht. Dieser Familie konnte in einem für sie sehr unübersichtlichen System geholfen werden.

Natürlich habe ich mir die Frage gestellt, wie das Ganze für die Familie geendet hätte, wenn Wendepunkt nicht zur Stelle gewesen wäre. Wahrscheinlich hätte sie sich, trotz Unschuld, fügen müssen. Somit ist dieser Fall nur ein Beispiel dafür, wie hier Menschen aus schwierigen Situationen im Alltag geholfen und somit Leid verringert wird.